Mittwoch, 29. Mai 2024
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KV-Förderprogramm zur Hausarztversorgung in Lichtenberg

Arztpraxis

Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Berlin startet ab dem 1. Januar 2022 ein mehrjähriges Förderprogramm in Höhe von 21 Millionen Euro zur Verbesserung der Hausarztversorgung in Lichtenberg, Marzahn-Hellersdorf und Treptow-Köpenick. Die geplante Investitionssumme wird die KV Berlin zusammen mit den Krankenkassen und den drei Bezirken finanzieren. Ein entsprechender Beschluß der Vertreterversammlung der KV Berlin am 2. September 2021 bringt dieses Programm auf den Weg.

Fördermaßnahmen und Investitionen
Neben der finanziellen Unterstützung von Ärztinnen und Ärzten, die sich neu niederlas-sen bzw. eine Praxis übernehmen wollen, der Förderung von (Zweig-)Praxen mit angestellten Ärztinnen und Ärzten oder der Vergabe von Stipendien an Medizinstudierende wird die KV Berlin die Ärztinnen und Ärzte entlasten, indem auch Weiterbildungen und Qualifizierungen für das Personal gefördert werden sollen. Die KV plant, ab dem zweiten Quartal 2022 Eigeneinrichtungen zu betreiben, in denen Ärztinnen und Ärzte angestellt tätig sein können.

Stimmen aus den drei Bezirken
Der amtierende Lichtenberger Bezirksstadtrat für Gesundheit, Martin Schaefer (CDU) sagte: „Das Bezirksamt Lichtenberg begrüßt die von der KV Berlin und den regionalen Krankenkassen beschlossenen Maßnahmen. Erstmals werden neue Wege gegangen, die spürbar und nachhaltig die Hausarztversorgung zum Wohle aller Lichten-bergerinnen und Lichtenberger verbessern werden. Nicht nur die Patientinnen und Patienten, sondern vor allem auch die in der Medizin Arbeitenden werden von der Förderung profitieren. Die unterschiedlich ausgeprägte Versorgungssituation in den Bezirken konnte bisher auch eine gut durchdachte Maßnahme wie der ‚Letter of Intent‘ nicht ändern. Jetzt werden neue Wege gegangen: Das ist eine gute Nachricht für unseren Bezirk, der dringend neue Ärztinnen und Ärzte braucht.“

Dagmar Pohle, Bezirksbürgermeisterin in Marzahn-Hellersdorf und Michael Grunst, Bezirksbürgermeister in Lichtenberg (beide Die Linke) äußerten sich ebenfalls zu diesem gesundheitspolitisch bedeutsamen Beschluss der Kassenärztlichen Vereinigung zur Verbesserung der Hausarztversorgung in Lichtenberg und Marzahn Hellersdorf:

„Nachdem es in der Vergangenheit viele Gespräche mit dem Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung Berlin zur Verbesserung der hausärztlichen ambulanten Versorgung in unseren Bezirken gegeben hat, haben wir zur Kenntnis genommen, dass die Vertreterversammlung der Kassenärztlichen Vereinigung am Donnerstag, 2. September 2021, einen Beschluss gefasst hat, der hoffentlich neue Wege öffnet, den Wünschen und Forderungen nach einer besseren Versorgung vor Ort Rechnung zu tragen.
Der unter Federführung des damaligen Gesundheitssenators Mario Czaja vereinbarte letter of intent hatte, wie die KV konstatiert, noch nicht die gewünschten Effekte erzielt, bisher haben sich auf die rund 130 offenen Hausarztsitze nicht ausreichend Niederlassungswillige beworben (KV direkt 03/2021). Deshalb haben Vorstand und Vertreterversammlung beschlossen, neue Wege zu gehen. Dazu gehören unter anderem die Gründung von Eigeneinrichtungen, die Förderung von Niederlassungen und die Übernahme von Praxen, sowie die Förderung von Zweigpraxen. Das begrüßen wir ausdrücklich!
In einem vorbereitenden Gespräch zwischen uns und dem Vorstand haben wir eine enge Zusammenarbeit zwischen der KV und den Bezirksämtern verabredet und wir haben die notwendige Arbeitsstruktur geschaffen, um die Umsetzung des Programms in unseren Bezirken zu unterstützen.“

Bernd Geschanowski Bezirksstadtrat für Gesundheit und Umwelt (AfD) in Treptow-Köpenick sagte zu dem neuen Konzept der KV:

„Dieses Konzept und die Förderkulisse zur Verbesserung der ärztlichen Versorgung in unserem Bezirk ist ein wirklich innovativer Ansatz und ein Novum in der Geschichte der KV Berlin. Erstmalig wird die KV Berlin Eigeneinrichtungen gründen und betreiben. Der Vorstand der KV Berlin hat mir gestern das Angebot unterbreitet, gemeinsam den neuen Weg mittels einer Pressekonferenz kombiniert mit einem Bürgerdialog vorzustellen. Sobald der Termin und der Ort feststehen, wird das Bezirksamt zu dieser Veranstaltung einladen.“

Das Bezirksamt Treptow Köpenick veröffentlichte auch den Link zum Informationsbrief KV Direkt: NEUE Förderung der Hausarztversorgung (PDF-Download).

Zustimmung der Krankenkassen sichert wichtige Unterstützung

Das Einvernehmen mit den regionalen Krankenkassen über die Berechnung der Bedarfsplanung im Jahr 2020 ist geändert worden. Dadurch ist die für die Arztsitzverteilung zuständige KV Berlin nun in der Lage, neue Anreizsysteme für eine verbesserte Versorgung zu schaffen und kann somit die Verteilung der Arztsitze besser steuern. Dies wirkt insbesondere dem aktuellen Hausarztmangel in den Bezirken Lichtenberg, Marzahn-Hellersdorf und Treptow-Köpenick entgegen.


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