Donnerstag, 17. Oktober 2019
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Jugendfreizeiteinrichtung „Betonoase“ neu eröffnet

Jugendfreizeiteinrichtung und Familienzentrum

Der Spatenstich war am 11. Mai 2017. Die Jugendfreizeiteinrichtung „Betonoase“ und das Familienzentrum in der Dolgenseestraße 60a in 10139 Berlin haben nach 19 Monaten Bauzeit ein neues Gebäude bekommen, etwa einhundert Meter vom alten Standort entfernt. Der moderne Flachbau entstand nach den Plänen von Gruber + Popp Architekten aus Berlin. Mit der Betonoase wurde erstmals ein öffentliches Gebäude aus Infraleichtbeton mit bauaufsichtlicher Zulassung.gebaut. Die Entwicklung des Infraleichtbetons wurde seit ca. 10 Jahren von Prof. Mike Schlaich an der TU Berlin betreut. Die bauufsichtliche Zulassung öffnet dem modernen Baustoff nun auch eine Zukunft im nachhaltigen Bauen und im Wohnungsbau.

Was ist Infraleichtbeton?

Leichtbetonmischungen mit einer Rohdichte unter 800 kg pro Kubikmeter werden als Infraleichtbeton bezeichnet. Dabei handelt es sich um gefügedichten Beton, bei dem alle Hohlräume zwischen den Gesteinskörnungen vollständig mit Zement gefüllt sind. Seine Struktur entspricht im Prinzip der von Normalbeton, nur dass eben besonders leichtes Kornmaterial – zum Beispiel aus Bims, Blähton, Blähschiefer oder Blähglas eingemischt wurde.
Während normale Betonwände außen eine Zusatzdämmung benötigen, ist die Wärmedämmleistung von Infraleichtbeton hoch genug, um mit dem Werkstoff – bei vertretbarer Wanddicke – monolithische Außenwände ohne Zusatzdämmung für Wohnhäuser öffentliche Einrichtungn zu bauen. Ab etwa 50 Zentimeter Wandstärke wird berits der Passivhausstandard erreicht. Infraleichtbeton ermöglicht zudem glatte, dichte Oberflächen in Sichtbetonqualität.

„Der Beton fühlt sich warm und weich an“, erklärte Architekt Bernhard Popp. Ein Liter dieses innovativen Materials wiegt nur 700 Gramm und schwimmt sogar im Wasser. Der neuartige Baustoff dient als Dämmung des Gebäudes und schafft bei Kälte und Hitze ein ausgeglichenes Raumklima.

Eröffnung der “Betonoase” am 4.12.2018

Der zweiteilige, langgestreckte Flachbau der „Betonoase“ eine helle Fassade mit großen Fenstern. Freiflächen wie Innenräume bieten Offenheit und Rückzugmöglichkeiten für die jeweilige Zielgruppe. Im Innenbereich sorgen Einbauwände, breite Sitzbänke in den Fenstern, sowie Türen und Parkett aus Holz für eine freundliche und warme Atmosphäre..

Bezirksbürgermeister Michael Grunst (Die Linke) übergab am 4.12. einen symbolischen Holz-Schlüssel an Jugendstadträtin Katrin Framke (parteilos, für Die Linke). Mit dabei: Hendrik Hübscher von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen. Für Michael Grunst ist das Projekt ein großer Gewinn für den Bezirk, er sagte:

„Die Betonoase passt zu unserem Bezirk. Der Jugendclub kann als Sinnbild für den Bezirk stehen – er ist ein Ort, der einlädt zum Bleiben, ein Ort, der zugleich Rückzugsort und Ort der Innovation ist. In Zukunft können Jugendliche und Kinder dort einen Raum finden, in dem sie kreativ und innovativ sein können. Wie im gesamten Bezirk findet sich in der Betonoase viel Raum für Begegnung und Austausch. Dieser Ort bietet aber auch Schutz! Vor den Nöten des Alltages oder vor der Hektik des Stadtzentrums.“

Jugendstadträtin Katrin Framke reichte den Schlüssel weiter an Einrichtungsleiter Sven Grässl und sagte:

„In der neuen Betonoase können 70 Acht- bis Achtzehnjährige ihre Freizeit verbringen. Nebenan befindet sich ein neues Familienzentrum und es gibt großzügige Außenanlagen mit einem Grillbereich, Tischtennisplatte und Platz für Obst- und Gemüsebeete. Das alles hatte die alte Betonoase nicht und deshalb freue ich mich für die Kinder und Jugendlichen und die Familien in Friedrichsfelde und im Kiez.“

Sven Grässl zitierte ein afrikanisches Sprichwort: „Es braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind groß zu ziehen“, und erinnerte daran, dass die „Bo“ – wie die Jugendlichen sie nennen – schon seit mehr als 20 Jahren ein beliebter Treffpunkt im Kiez ist. Grässl erinnerte auch an das Beteiligungsverfahren:

„Die Jugendlichen konnten in Gesprächen und mit Hilfe der Wunsch-Traumwand ihre ganz eigenen Ideen und Vorstellungen für das neue Gebäude einbringen. Und die meisten davon wurden auch umgesetzt“.

Die Baukosten für das Gebäude belaufen sich auf 1,9 Millionen Euro und wurden gefördert mit Mitteln aus dem Programm „Stadtumbau Ost“.

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