Donnerstag, 17. Oktober 2019
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Gegen das Vergessen – 80. Jahrestag der Pogromnacht

Gedenkstein Synagoge Hohenschönhausen

Der kommenden Freitag ist ein Gedenktag. Bezirksbürgermeister Michael Grunst (Die Linke) wird am Freitag, 9. November 2018, 17.30 Uhr der Opfer der Reichspogromnacht von 1938 gedenken.

Am Gedenkstein in der Konrad-Wolf-Straße 91-92, 13055 Berlin, wird ein Blumengebinde niedergelegt. Es ist der Ort, an dem sich einst die Synagoge der jüdischen Gemeinde Hohenschönhausen befand.

Bezirksbürgermeister Michael Grunst lädt die Lichtenberger und Lichtenbergerinnen zum gemeinsamen Gedenken ein: „Besonders die Geschichte des jüdischen Lebens in Lichtenberg zeigt uns wie wichtig Erinnern, Gedenken und Forschen ist. Fast wäre es aufgrund der Gräueltaten in Vergessenheit geraten. Das darf niemals geschehen, denn Erinnerung ist Zukunft.“

Die Historikerin Barbara Danckwortt wird über die Novemberpogrome sprechen. Musikalisch begleitet Tanja Hirschmüller die Gedenkveranstaltung. Sie spielt jüdisches Liedgut.

Jugendliche aus drei Hohenschönhausener Jugendfreizeiteinrichtungen (Leo’s Hütte, JFE Funkloch, JFE Full House) beteiligen sich
an der Gedenkveranstaltung. Sie haben am Projekt „…damit wir nicht vergessen“ teilgenommen. Gemeinsam mit der Fach- und Netzwerkstelle Licht-Blicke werden sie den vorläufigen Abschluss ihres Projektes mit einer symbolischen Reinigung des Gedenksteines vor der Veranstaltung in der Konrad-Wolf-Straße 91 begehen.

Historischer Hintergrund:
Die Jüdische Gemeinde in Hohenschönhausen war eine sehr kleine Gemeinde. Als die Nationalsozialisten begannen Juden zu verfolgen, wandelten Gemeindemitglieder ihren Betraum in eine Synagoge um. Erst im Jahr 1935 wurde sie geweiht. Bereits 1938 musste die Gemeinde ihre Tätigkeit wieder einstellen. Denn die Mitglieder der Gemeinde wurden – wie in ganz Deutschland und Europa – in Konzentrationslager deportiert. Nach 1945 war die Synagoge in Vergessenheit geraten.

Erst mit den Forschungen zur jüdischen Geschichte, die in den 1990er Jahren mit der Ausstellung „Juden in Weißensee und Hohenschönhausen“ im damaligen Heimatmuseum an die Öffentlichkeit gelangten, kam auch die Synagoge wieder in Erinnerung. Im Zusammenhang mit dem einhundertsten Geburtstag von Victor Aronstein entstand die Broschüre „Juden in Hohenschönhausen. Eine Spurensuche“, mit der auf das jüdische Leben in Hohenschönhausen aufmerksam gemacht wurde.

Zum 51. Jahrestag der Novemberpogrome entstand die Idee, an dem vergessenen Ort einen Gedenkstein zu errichten: Enthüllt wurde der Stein mit aufgesetzter gusseiserner Tafel am 19. April 2000 vom Bezirksbürgermeister von Lichtenberg und der Bezirksbürgermeisterin von Hohenschönhausen, Wolfram Friedersdorff und Bärbel Grygier sowie dem Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde, Andreas Nachama. Ebenfalls anwesend war damals Jitzchak Schwersenz. Der bei der Enthüllung 84-jährige frühere Religions- und Volksschullehrer war seinerzeit Vorbeter in der Jüdischen Gemeinschaft gewesen.

Den Gedenkstein finanzierte das Bezirksamt Hohenschönhausen, für die Tafel spendeten Geschäfts- und Privatleute.

Weitere Informationen:

Projekt „…damit wir nicht vergessen“

Pressemitteilung des Bezirksamtes Lichtenberg | 31.10.2018

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