Donnerstag, 20. Juni 2019
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Ambrosia artemisiifolia rechtzeitig bekämpfen!

Ambrosia artemisiifolia

Bei Allergikern ist sie gefürchtet, ihre Pollen lösen schon in geringsten Mengen Allergien aus: Ambrosia artemisiifolia – das beifußblättrige Traubenkraut. Es ist eine eingeschleppte Pflanze. Sie wurde Mitte des 19. Jahrhunderts aus Nordamerika importiert und breitet sich seither in ganz Europa aus. Klimawandel, Verkehrsströme, globaler Handel und Tourismus begünstigen ihre Ausbreitung.

Die Pflanze löst starke allergene Wirkungen aus: Symptome wie tränende Augen, Heuschnupfen, Kopfschmerzen oder Husten bis hin zum Asthma sind bekannte Auswirkungen. Die Pflanze verursacht aber noch mehr – eine Berührung kann bei sensibilisierten Menschen zu Hautausschlägen, Nesselsucht oder roten, juckenden Quaddeln führen.

Die einjährige Unkrautpflanze vermehrt sich durch Samen, die im Boden sogar bis über 40 Jahre keimfähig bleiben können. Man findet Ambrosia innerstädtisch oft an Vogelfütterungsplätzen, in Neubaugebieten, auf Randstreifen von Straßen und außerorts daneben auf Brachflächen, Stilllegungsflächen, Böschungen von Straßen und Wegen und auf manchen Feldern.

Ambrosia artemisiifolia hat viele Namen: sie wird auch Beifuß-Traubenkraut, Ambrosia, Beifuß-Ambrosie, Traubenkraut, Aufrechtes Traubenkraut, Wilder Hanf oder mit seinem englischen Namen Ragweed ([‚rægwi:d] Fetzenkraut) genannt. Es ist eine Pflanzenart aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Sie keimt im Frühjahr bis Sommer und ist ein einjähriges sogenanntes Unkraut. Die Pollen des Beifußblättrigen Traubenkrautes, aber auch der Hautkontakt mit dem Blütenstand, können beim Menschen heftige Allergien auslösen.

Ambrosia – Bekämpfung seit 2006

Seit 2006 hat das Julius Kühn-Institut als Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen einen Aktionsplan zur Bkämpfung von Ambrosis in Gang gesetzt. Das Julius-Kühn-Institut ist als Bundesinstitut dem Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft zugeordnet.
Das Aktionsprogramm Ambrosia ist ein Handlungsschwerpunkt im Aktionsplan des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz gegen Allergien. Ziel dieser Initiativen ist es, die weitere Ausbreitung dieser nichtheimischen Pflanze zu stoppen und sie möglichst wieder zurückzudrängen.

Das Monitoring zur Verbreitung der Pflanze, Maßnahmen zur Verhinderung weiterer Ein- und Verschleppung von Ambrosiasamen – sowie die Bekämpfung existierender Pflanzen gehören zu diesem Aktionsprogramm. Daneben bildet die Informationsarbeit eine wichtige Säule, um die Ausbreitung zu verhindern.

Berlin und Brandenburg mit gemeinsamen Ambrosia-Atlas

Das Land Brandenburg und das Landesumweltamt haben ein Internetseite zum Thema Ambrosia eingerichtet. HIer ist auch der gemeinsam mit Berlin betriebene Ambrosia-Atlas zu finden, der zur Koordinierung des Aktionsprogramms dient. Mit der App Ambrosia-Scout kann sogar deutschlandweit zur Bekämpfung beigetragen werden.

Die kritische Vegetationsperiode für Ambrosia beginnt im Juni. Gibt es ein warmes Frühjahr, kann die Pflanze auch schon im Mai zur Blüte gelangen, und frühzeitig Samen bilden. Es ist daher ratsam, sich rechtzeitig vorzubereiten, und die Wahrnehmung zu schulen, im selbst bei der Ambrosia-Bekämpfung beizutragen. In Berlin ist im Juni auch das Ambrosia-Telefon der FU-Meteorologen geschaltet, die in Berlin Ansprechpartner sind.

Wer sich rechtzeitig vorbereitet, kann sich bei Spaziergängen und Ausflügen aktiv betätigen. In jedem Fall gilt: Arbeitsschutz beachten! Haut mit Handschuhn schützen. Ausgerissene Pflanzen über den Hausmüll entsorgen. Sobald in den Berliner Bezirken zu Ambrosia-Aktionen aufgerufen wird, folgen entsprechende Ankündigungen.

Leser-Aktion: Ambrosia-Fotografieren und melden!

Senden Sie uns ihre besten Fotos von Ambrosia artemisiifolia und ihre Geschichte zum Fund. Die besten Einsendungen werden veröffentlicht: info@spandauer-tageszeitung.de

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