Dienstag, 27. Oktober 2020
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Whatsapp wird zur Risikoanwendung

Whatsapp

Über 1,2 Milliarden Menschen nutzen den 5martphone-Nachrichtendienst Whatsapp. Der Messenger-Dienst setzt ab dem 12. November neue Regeln in Kraft, und bereitet die Einführung von Werbeschaltungen ab 2019 vor. Alle Nutzer von Whatsapp, die den Messengerdienst über ein Android-Smartphone nutzen, müssen sich umstellen, und ihre Daten neu sichern.

Änderung bei Sicherheitskopien

Whatsapp ändert seine Bedingungen für Sicherheitskopien von Chats, Fotos und Videos der Whatsapp-Nutzer mit Betriebssystem Android. Ab dem 12. November werden Sicherheitskopien, die bei Android-Geräten standardmäßig beim online-Speicherdienst Google Drive abgelegt werden, gelöscht, wenn das letzte Backup älter als zwölf Monate ist.
Es gibt dann nur noch die auf dem Gerät gespeicherten Fotos, Sprachnachrichten und Chatverläufe. Diese müssen neu auf einem externen Speicher oder Onlin-Speicher abgelegt werden.

Deshalb gilt es, heute auf die Einstellungen zu schauen, und diese anzupassen. Whatsapp gibt dazu selbst eine Anleitung.

EU-Datenschutzgrundverordnung beachten

Was weder Google noch Whatsapp mitteilen: die EU-Datenschutzgrundverordnung muss beachtet werden! Denn mit dem Speichern wird eine neue Datenverarbeitung begonnen, mit Daten von Freunden, Bekannten und Verwandten, deren Zustimmung eigentlich erforderlich ist. Diese Zustimmung einzuholen ist jedoch aufwändig. Um sich rechtskonform und sicher zuu verhalten, sollten die Sicherheitskopien auf externe Festspeicher oder USB-Sticks ausgelagert werden. Auch eine Löschung kann eine Alternative sein.

Whatsapp weiter betreiben – oder abschalten?

Whatsapp sammelt Daten, Metadaten, Orts- und Bewegungsdaten – und ist die beste Datenquelle um Personen-Profile heimlich hinter dem Rücken der Nutzer zu erstellen. Der Hauptzweck, personalisierte Werbung ausspielen zu können, wird gleichzeitig zur größten Gefahr für Nutzer:

– Whatsapp kann Personendaten, Ort und Telefonnummer zuordnen. Damit sind eindeutige Kennungen für Identitäts-Raub zusammen.
– wer Whatsapp geschäftlich nutzt, übermittelt auch seine Kundendaten an Whatsapp, die für Dritt-Auswertungen genutzt werden.
– Whatsapp kann mit diesen Daten Werbung der Konkurrenz an eigene Kunden ausspielen, ohne dass dies nachvollziehbar ist.
– gleichzeitig können alle Daten zur Person eindeutig zugeordnet werden – die Gefahr gezielter Angriffe wächst.

Jeder Nutzer muss sich fragen, ob das Risiko einer Datenweitergabe tragbar ist. „Whatsapp weiter betreiben – oder abschalten?“ –

Der Grund: wird ein Smartphone gestohlen, so ist Risiko des Identitätsdiebstahls durch Sperrung und Verschlüsselung und entsprechende Software begrenzbar.

In den Data-Centern von Whatsapp entsteht mit der Nutzung jedoch ein zweiter virtueller „Generalschlüssel zur Person“, der irgendwann durch Sicherheits-Lecks und Cyber-Angriffe nutzbar werden kann. Der Whatsapp-Gründer Brian Acton hat dies vergeblich zu verhindern versucht, und ist an Marc Zuckerberg gescheitert. Acton mußte eingestehen: „Ich habe die Privatsphäre meiner User verkauft“ (Mathias Giordano | 28.09.2018 | WELT).

In einem exklusiven Leser-Dossier für unsere Abonnenten wird dazu geraten, Whatsapp ganz abzuschalten, weil der Messenger nicht konform mit der EU-Datenschutzgrundverordnung betrieben werden kann, und zum wachsenden Risiko für Identitätsdiebstahl und „Social-Engineering“-Angriffe wird.

Weitere Informationen:

info@anzeigio.de – Stichworte: Datenschutz, Datensouveränität und digitale Unversehrtheit der Person