Donnerstag, 25. April 2019
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Tuberkulose soll bis 2050 eleminiert werden

Tuberkelbakterien

Am 18. und 19. März finden in Berlin anlässlich des Welt­tuber­kulose­tages am 24. März zwei Tagungen statt. Das Epi­de­mio­logische RKI-Bulletin 11/12 2019 des Robert-KOch Institutes widmet sich dieser Er­kran­kung mit einer Doppel­ausgabe.

„Auf der inter­na­tio­nalen Agenda steht Tuber­ku­lose weit oben und war im Herbst 2018 erst­mals Thema in der General­ver­sammlung der Ver­ein­ten Nationen. Dort wurde eine his­to­ri­sche poli­ti­sche De­kla­ra­tion ver­ab­schiedet mit dem Ziel, den welt­weiten Kampf für die Eli­mi­nation einer der äl­tes­ten Krank­heiten der Mensch­heit zu be­schleu­nigen.

Die Zahl der Tuber­kulose-Er­krankun­gen in Deutsch­land war 2018 ähnlich hoch wie 2017. Ein jähr­licher Rück­gang um 10 Prozent wäre aber er­for­derlich, um das Ziel der Welt­ge­sund­heits­or­ga­ni­sa­tion zu erreichen, Tuber­kulose bis 2050 zu eliminieren.

Dem RKI wurden 2018 ins­ge­samt 5.429 Fälle über­mittelt (Daten­stand 1.3.2019), 2017 waren es 5.486, 2016 betrug die Zahl der über­mittel­ten Fälle 5.949.

„Daher sind in der Tuberkulosekontrolle auch in Deutschland zusätzliche Anstrengungen notwendig“, sagte Lothar H. Wieler, Präsident des RKI am 15.3.2019.

In Deutschland gibt es modernste Diagnoseverfahren, wirksame Medikamente, nationale Leitlinien und ein gutes Überwachungs (Surveillance)-System. Damit steht ein Großteil der für die Elimination erforderlichen Instrumente zur Verfügung. Dennoch werden Erkrankte häufig erst spät diagnostiziert. Von zentraler Bedeutung in der Tuberkulosekontrolle sind leistungsfähige Gesundheitsämter, um im Umfeld eines Tuberkulosepatienten infizierte oder bereits erkrankte Personen zu identifizieren und eine Verbreitung der Tuberkulose zu verhindern.

Tuberkuloseverdacht bei ersten Anzeichen überprüfen

Bei Symptomen wie länger bestehendem Husten, Nachtschweiß, Fieber und Gewichtsabnahme sollte immer auch an Tuberkulose gedacht werden. Bedeutsam sind auch eine frühzeitige Resistenztestung und eine resistenzgerechte Behandlung. „Auch die molekulare Surveillance ist ein wichtiger Beitrag zur Elimination der Tuberkulose und sollte landesweit etabliert werden“, betonte Lothar H. Wieler. Bei der Molekularen Surveillance wird die Erbsubstanz der Tuberkulose-Bakterien mit modernen Sequenzierverfahren entschlüsselt und der so gewonnene genetische Fingerabdruck mit Meldedaten verknüpft. So können Übertragungswege besser aufgeklärt und Ausbruchsgeschehen erkannt und gestoppt werden.

Weitere Informationen:

Epidemiologisches Bulletin 11/12 2019 (PDF, 366 KB, Datei ist nicht barrierefrei)

2nd Joint German Ministry of Health and WHO Regional Office for Europe World TB Day Event on March 19, 2019

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