Donnerstag, 29. September 2022
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Tricks beim Nutzer-Tracking per Datenschutz-Einwilligung

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Datenschutz und Bürgerrechte hängen eng zusammen! — Wer einen Aufkleber „keine Werbung“ am Briefkasten hat, der kann diesen Anspruch auf Privatsphäre heute zivilrechtlich durchsetzen.
Kostenlose Anzeigenzeitungen verlieren dadurch Reichweite, und gehen nach und nach ein.

Internetseiten und digitale Pressemedien haben ein ähnliches Problem: wer Adblocker oder moderne Privacy-Einstellungen im Browser nutzt, der hält unerbetene Bildschirmwerbung fern.
Die Europäische Datenschutzgrundverordnung soll deshalb vor ungebetener Ausspähung der Nutzer schützen, und schreibt sogenannte „Consent-Banner“ vor, mit denen Einwilligungen und Ablehnungen von Datenschutz-Einstellungen und Tracking-Cookies auswählbar sind.

Diese „Consent-Banner“ werden der aufgesuchten Internetseite vorgeschaltet, der Besucher muss zwischen oft vielen Optionen wählen. BILD online setzt zeitweise über 200 Tracking-Dienste ein, und wem das zu lästig ist, der drückt dann „ALLES ABLEHNEN“ und „NUR TECHNISCH NOTWENDIGE DIENSTE.“

Internetmedien und vor allem den Qualitätsjournalismus großer Tageszeitungen und deren Online-Ausgaben verlieren dadurch Werbeeinnahmen — Datenschutz wird zum betriebswirtschaftlichen Teufelskreis.
Deshalb wird getrickst! Um möglichst viele Internetbesucher zu Zustimmungen zu bewegen, auch wenn sie dabei nicht alles verstehen, zuviele Zustimmungen anklicken.

Der Verein Netzpolitik.org e.V. hat die Praxis der „Cookiebanner“ der meistbesuchten Internetseiten besucht und dabei unlautere Praktiken entdeckt:

Cookie-Banner der meistbesuchten Websites: 
Miese Tricks und fiese Klicks
( netzpolitik.org | 01.09.2022 ]

Das Autorenteam Markus Reuter, Ingo Dachwitz und Thomas Seifert hat dabei festgestellt:

„Viele Seiten im Netz versuchen, mit künstlichen Hürden und Design-Tricks an die Datenschutz-Einwilligung ihrer Nutzer:innen zu kommen. Wir haben die 100 meistbesuchten Websites des Landes auf Dark Patterns untersucht und zeigen: Vier von fünf setzen auf manipulative Cookie-Banner.“

Die Big-Data-Industrie und die großen Datenplattformen brauchen die Signale der „Cookies“ und „Tracker“-Dienste, um Kundenprofile, Personenprofile, Klicks und „Clickstreams“ zu analysieren und ihre Angebote und Marketing-Kommunikation auszurichten und zu analysieren.

All dies geschieht heute in „quasi-Echtzeit“ — mit großen Datenmengen, hohen Energieverbrauch, mit sehr viel Abwärme in Rechenzentren und mit einer weltweiten Stromverbrauchs-Prognose für das Jahr 2030, die allen Klimaschutz-Anstrengungen entgegenläuft.


Einfach.SmartCity.Machen: Berlin! — Die Reinickendorf-Nachrichten und das Mediennetzwerk Berlin wahren Datenschutz, Bürgerrechte und lokale Marktrechte, um lokale Wertschöpfung, gute Geschäfte und gute Arbeit zu fördern. Lokale Presee, Lokalmedien und lokale inklusive Märkte werden mit dem neuen Prinzip „CitizenshipMedia“ verbunden: Publizieren statt „posten“ für alle „creative Citizens.“
Mehr Informationen: info@anzeigio.de