Donnerstag, 21. Oktober 2021
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Media-Tornados und andere Urgewalten

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Thomas Koch, Mediaplaner, Agenturchef und Kolumnist in Sachen Marketing, kritisiert Unsitten und Mißverständnisse in seiner Branche.
Aktuell hat er im Fachmagazin Meedia einen interessanten neuen Begriff geprägt, der die Praxis programmierter digitaler Werbeanzeigen beschreibt, den durch große Werbebudgets und Daten über Kunden angetriebenen „Media-Tornado“. Die Auslieferung der Werbung erfolgt automatisiert.

Doch die Kunden sind nicht begeistert:

Koch: „Die digital-programmatische, auf Performance ausgerichtete Mediawelt funktioniert bei ihnen oft nur so mittelprächtig. Alles wäre gut, wären da nicht diese AdTech-Monster, die ihr Eigenleben entwickeln. 80 Prozent der Mediagelder erreichen keinen Publisher. Bis zu 98 Prozent der Werbeauslieferungen landen (dokumentiert) bei Bots. Und obwohl es keiner gewesen sein will, landen Banner von einem guten Dutzend prominenter deutscher Werbekunden auf Seiten wie „Breitbart“, „TheGateWay“, „BearingArms“ und „WayneDupree“, wo sie Rechtsextremisten finanzieren.“

Koch beschreibt damit mit ironisch-sachkundigen Worten eine Praxis der „Digitalisierung“, die zum Tod der Innenstädte und zur Übermacht des Online-Handels beiträgt — und das Lokalzeitungssterben beschleunigt.

Auch in Berlin gibt es Unternehmen, die ihre Werbeanzeigen völlig sinnfrei über deutschsprachige Zeitungsnetzwerke im Tessin und im Vorarlberg ausspielen lassen. Ein namhaftes Beerdigungsinstitut und die Berliner Stadtwerke wurden schon „erwischt“ — und sollten einmal die nachgewiesenen Reichweiten des Anzeigennetzwerkes überprüfen!

Über Alternativen muss offenbar intensiv nachgedacht werden!