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Unterstützung für Lichtenberger Apotheken

Apotheke mit Zunftzeichen und modernen Logo

Die Apothekenbranche befindet sich im Umbruch, in scharfen Wettbewerb und im demografischen Wandel. Die Folge: die Apothekenzahl in Deutschland sinkt. Mehr Inhaber und Inhaberinnen denn je nähern sich dem Rentenalter und suchen eine Betriebsnachfolge. Doch viele angehende Apothekerinnen und Apotheker ziehen das Angestelltenverhältnis der Selbstständigkeit vor und wollen weder eine Apotheke gründen noch übernehmen. In Berlin stellen auch exorbitant gestiegene Gewerbemieten ein hohes Risiko für den Fortbestand von Apotheken dar.

Dies ruft die Politik auf den Plan.

Bezirksbürgermeister Michael Grunst (Die Linke) schätzt lokale Apotheken als Institution an sich: „Ich weiß wie wichtig lokale Apotheken für die Lichtenbergerinnen und Lichtenberger sind. Sie sind Orte, an denen nicht nur kompetent beraten, sondern Hilfesuchende auch umsorgt werden, ihre Gedanken teilen und sich begegnen können. Sie übernehmen wichtige soziale Funktionen in den Stadtteilen. Vor allem aber sind die Apothekerinnen und Apotheker zuverlässig und bei Problemen ansprechbar. Die Lichtenberger Apotheken sind unverzichtbar. Ihr Wegfall wird regelmäßig beklagt, ganz gleich ob von jung oder alt.“

Er signalisiert Unterstützung, und tatsächlich hat sich in Lichtenberg schon viel getan. Zuletzt die Gründung des „Bezirklichen Netzwerks Gesundheitswirtschaft“.

Katrin Framke (parteilos, für Die Linke) Bezirksstadträtin für Gesundheit, freut sich über die Unterstützung, und begrüßt die Teilnahme an der Kampagne „einfach unverzichtbar“: „Gerade für die älteren der Lichtenbergerinnen und Lichtenberger ist es „einfach unverzichtbar“ erreichbare Apotheken in Wohnortnähe nutzen zu können, denn Blutdruck messen und mit einem Lächeln „Gute Besserung“ wünschen, kann der beste Onlineshop eben nicht.“

Planungssicherheit und Unternehmensnachfolge

Schwierige ordnungspolitische Rahmenbedingungen, EU-Wettbewerbsrecht und der Wettbewerb mit Online-Apotheken bringen Apotheken von Außen unter Druck. Betriebliche Qualitätssicherung bürokratische Anforderungen zur Leistungsabrechnung und die Digitalisierung im Gesundheitswesen sorgen für hohe innerbetriebliche Herausforderungen. Es fehlt an Planungssicherheit für Apotheken. Gleichzeitig gibt es einen Wandel des Berufsbildes des Apothekers, der sich entsprechend des „Perspektivpapiers Apotheke 2030“ wandelt und auch große neue Chancen eröffnet.

Apotheken-Erlaubnis und inhabergeführte Präsenzapotheke

Der Beruf des Apothekers bzw. der Apothekerin erfordert in vierjähriges Studium mit Approbation. Die Eröffnung oder Übernahme einer Apotheke ist an eine Erlaubnis der zuständigen Behörde gebunden, die neben Approbation, ein ärztliches Gesundheitszeugnis, ein polizeiliches Führungszeugnis, und einen Miet- oder Kaufvertrag für die Apothekenbetriebsräume prüft.
Die Behörde prüft ob Räume für einen Apothekenbetrieb geeignet sind. Nicht nur der Verkaufsraum, sondern auch Räume wie Labor, Lager und Nachtdienstraum, Büro und Bereich für die Herstellung von Rezepturen müssen geignet sein, um einen einheitlichen Qualitätsstandard für die Versorgung mit Arzneimitteln und individuell angefertigten Rezepturen aufrecht zu erhalten. Die besondere Verantwortung des Apothekerberufs verpflichtet zu persönlichen Leitung. Der Apothekeninhaber muss sicherstellen, auch genügend Personal zum Betrieb der Apotheke einzusetzen und dennoch einen Großteil der Zeit anwesend sein. Maximal drei Monate pro Jahr dürfen andere Apotheker den Apothekeninhaber oder die -inhaberin vertreten.
In jeder Apotheke arbeiten daher noch verschiedene Angestellte, wie pharmazeutisch-technische Assistenten, pharmazeutisch-kaufmännische Angestellte – und bei Bedarf weitere Apotheker. Auch Reinigungs- und Bürokräfte sowie Apothekenboten zählen zum Personal. Mit Zusatzerlaubnis darf auch ein eigener Versandhandel betrieben werden.

Unfairer Wettbewerb durch internationale Versandapotheken

Mit Urteil des Europäischen Gerichtshofes aus dem Jahr 2016, wonach sich ausländische Arzneimittelversender nicht mehr an die einheitlichen Preise für rezeptpflichtige Medikamente halten müssen, sind unfaire Wettbewerbsbedingungen zu Lasten der ötlichen Präsenzapotheken entstanden. Unfair deshalb, weil Präsenz vor Ort, Nachtdienst, Personal und Räumlichkeitn hohe Kosten verursachen, die durch Rezeptgebühren, Verkauf, Rezepturen und Dienstleistungen erwirtschafttet werden müssen. Versandapotheken haben eine andere Kostenstruktur, und greifen unfair in den lokalen Wettbewerb ein. Andererseits können sie die Gesundheitsversorgung auf dem Lande sicherstellen, wo Medikamente in der Fläche ausgeliefert werden müssen.
Unfairer Wettbewerb mit internationalen Versandapotheken soll künftig nach Vorstellung des Bundesgesundheitsministers Jens Spahn (CDU) begrenzt werden. Er hat am 11.12.1018 einen Vorschlag für die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände e. V. (ABDA) unterbreitet, der auch schon den Wandel des Berufsbildes und die künftige Honorierung in den Blick nimmt.

Damit verringert sich auch die Unklarheit über die künftige Entwicklung der Vergütung von Apothekern.

#unverszichtbar Die Apotheken in Deutschland

Auf Initiative von Bezirksbürgermeister Michael Grunst beteiligt sich auch Lichtenberg wie viele andere Kommunen an der bundesweiten Kampagne „einfach unverzichtbar“ der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände e.V. ABDA), die sich für sichere Perspektiven für junge Apothekerinnen und Apotheker einsetzt: www.einfach-unverzichtbar.de.


Redaktioneller Hinweis:
Der SOS-Button in der Titel-Leiste führt direkt zu einem dynamischen Widget, das den aktuellen Apotheken-Notdienst anzeigt. Eine kleine alltägliche Innovation. Mehr Informationen und Tips zu weiteren berlinweiten Innovationen gibt es auf Anfrage: info@anzeigio.de

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