Dienstag, 27. Januar 2026
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Lichtenberger Grundschüler*innen erinnern an das Schicksal der Sinti

Wilhelmberg-Grundschule

Die Klasse 6b der „Grundschule am Wilhelmberg“ erinnerte mit einem Theaterstück an das Schicksal der Sinti im Nationalsozialismus. — Im Mittelpunkt stand die Lebensgeschichte von Otto Rosenberg. Angeleitet wurde das Theaterstück von der Puppenspielerin Vera Pachale.

Otto Rosenberg ist der Vater von vier Söhnen und drei Töchtern, darunter Petra Rosenberg und die Sängerin Marianne Rosenberg.

Mit 16 Jahren ins KZ-Auschwitz depotiert

Otto Rosenberg wurde am 14. April 1943 als 16-Jähriger mit seiner Familie in das Konzentrationslager Auschwitz deportiert. Ihm wurde die Häftlingsnummer Z 6084 eintätowiert. Ein Großteil seiner Familie wurde ermordet, so etwa sein leiblicher Vater, die Großmutter Charlotte Rosenberg und alle zehn Geschwister. Otto Rosenberg überlebte nicht nur Auschwitz, er überlebte auch die weitere Zeiten im Lager BuchenwaldDora und Bergen-Belsen.

Nach dem Ende des Nationalsozialismus zog Rosenberg, weil er sich als Sinto-Deutscher betrachtete, nach Berlin und betätigte sich dort politisch. Er war Vorstandsmitglied im Zentralrat Deutscher Sinti und Roma und erster Vorsitzender des Landesverbandes Berlin-Brandenburg der Deutschen Sinti und Roma. Rosenberg war langjähriges Mitglied der SPD und trat bei zahlreichen öffentlichen Veranstaltungen zu historischen und politischen Themen auf.

Seine Autobiografie Das Brennglas wurde ins Italienische, ins Englische, ins Spanische und ins Polnische übersetzt. In dem erschütternden Buch berichtete er unter anderem über Josef Mengele, den Lagerarzt von Auschwitz.

Petra Rosenberg, heute die Vorsitzende der Sinti und Roma in Berlin und Brandenburg. Sie zeigte sich tief bewegt. Die Gedenkveranstaltung berührte alle Anwesenden nachhaltig.

Gedenkstätte in Marzahn – Ehrengrab in Tempelhof-Schöneberg

In Berlin Marzahn wurde im Dezember 2007 an der historischen Stätte des Zwangslagers in Berlin-Marzahn eine Straße und ein Platz nach Otto Rosenberg benannt. Hier gibt es auch die die Gedenkstätte, die von den Schülern im Rahmen des Lebenskunde-Unterrichts besucht wurde. Auf der Webseite der Schule gibt es dazu Einblicke „Unterricht“ und  „Lebenskunde“ Filme zu sehen, die frühere Gedenktage dokumentieren.
Am 20. August 2020 wurde am Otto-Rosenberg-Platz das Otto-Rosenberg-Haus als soziales Zentrum eröffnet. Rosenberg liegt auf dem Neuen St.-Michael-Kirchhof an der Tempelhofer Gottlieb-Dunkel-Straße begraben. Es ist seit Juli 2016 als Ehrengrab der Stadt Berlin ausgewiesen (Quellen: wurden aus Wikipedia ergänzt.)

Weitere Informationen:

www-schuleamwilhelmsberg.de 

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